Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


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Inhalt: Wehr Marklendorf

Wehranlage Marklendorf

Wehr Marklendorf Ansicht vom Oberwasser
Die Staustufe Marklendorf liegt an der Aller bei Km 38,300.
Die Wehranlage besteht aus:

Übersicht der Aller - Staustufen
Am linken Allerufer wird durch einen privaten Investor ein Laufwasserkraftwerk mit 3 Turbinen betrieben. Das Kraftwerk erzeugt jährlich ca. 3 Mio. kWh. Bei mittleren Abflüssen bis 45,0 m³/sec wird in der Regel der gesamte Abfluss der Aller durch das Kraftwerk geleitet. Am Wehr Marklendorf wird im Sommer ein Stauziel von +NN 27,22 m und im Winter von +NN 27,42 m gehalten.
Bei einem mittleren-Niedrigwasserstand (MNW) im Unterwasser von +NN 23,95 m beträgt die maximale Fallhöhe 3,47m (im Winter).
 
Zustand der Altanlage
Bereits 1987 stellte die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in einem Gutachten einen dem Bauwerksalter entsprechend schlechten baulichen Zustand des Massivbauwerkes und der Stahlwasserbauteile fest. Die Stahlwasserbauteile haben das Nutzungsalter von 70 Jahren bereits deutlich überschritten. Am Wehr wurden im Jahr 2000 Notreparaturen an den Grießständern durchgeführt, die jedoch nur den Aufschub einer grundsätzlichen Erneuerung um 5 Jahre zulassen. Bei weiterer Verschlechterung des Bauzustandes ist ein Versagen der Wehranlage nicht auszuschließen. Die für die Aufrechterhaltung des Stauzieles erforderliche Funktionssicherheit der Wehranlage ist damit kaum mehr gegeben.

Der Ersatzbau

Anforderungen an die Bauausführung
Beim Ersatzneubau der Wehranlage Marklendorf sind folgende Randbedingungen einzuhalten:

Durchgeführte Voruntersuchungen zur Art des Stauverschluss
Im Rahmen der Entwurfsaufstellung wurden nachstehende Varianten untersucht:

Als Vorzugsvariante weist ein Schlauchwehr gegenüber den beiden anderen Varianten folgende Vorteile auf :

Der Wehrneubau
Das neue Wehr wird wenige Meter unterhalb, direkt auf der Tosbeckensohle des Altwehres, errichtet.

Zeichnung Wehr Marklendorf Draufsicht

Das neue Wehr besteht aus zwei Wehrfeldern von je 23,60m Breite. Die Wehrfeldbreite sowie die Geometrie der Wehrschwelle und -pfeiler wurden von der BAW anhand von Modellversuchen festgelegt.

Die Wehrsteuerung erfolgt vom rechten Landpfeiler her.

Baudetails

Gründung im Querschnitt

Die Gründung des Wehres erfolgt als Flachgründung auf einer durchgehenden Fundamentsohle aus Stahlbeton. Der obere Abschluss der Wehrsohle wird als strömungsgünstig geformte Wehrschwelle ausgebildet, auf der der Schlauchverschluss mit 2 Klemmschienen befestigt wird. Der unterstromige Bereich der Schwelle dient als Ablagetisch für den Schlauch.

Im Betonkörper der Schwelle befinden sich die Befüll- und Entleerungsleitungen für den Schlauchverschluss. Die Wehrpfeiler erhalten für eine verbesserte Anschmiegung des Schlauchverschlusses seitlich eine Neigung von 3 : 1.

Ansicht der Wehranlage vom Oberwasser

Die Steuerung der Wehranlage erfolgt durch Füllen und Entleeren der regelbaren Schlauchwehrverschlüsse. Die Schlauchverschlüsse und der wassergefüllte Steuerschacht sind dabei über Rohre verbunden und arbeiten nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren.

Das Schlauchwehr wurde am 13.12.2006 offiziell in Betrieb genommen. Zusammen mit dem im Frühjahr 2007 fertiggestellten neuen Fischpass wird sich das Bauvolumen bei rund 4,0 Mio. € einstellen.